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    Umfassender Leitfaden zur Optimierung der Nierenfunktion: Stärkung der Entgiftungssysteme

    Comprehensive guide to optimizing kidney function:

    Die Nieren gehören zu den wichtigsten Organen des menschlichen Körpers. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Homöostase, indem sie Abfallprodukte aus dem Blut filtern und lebenswichtige Körperfunktionen regulieren. Die Nieren dienen als Filter, die Toxine, überschüssige Salze, Glukose, Harnstoff, Ammoniak und andere Stoffwechselabfallprodukte entfernen, um den Wasserhaushalt und den Elektrolythaushalt des Körpers aufrechtzuerhalten. 

    Darüber hinaus tragen sie zur Hormonregulation, Muskelkontraktion und elektrischen Aktivität des Herzens bei und sorgen so für ordnungsgemäße Körperfunktionen wie die Aufrechterhaltung des Blutdrucks und die Energieproduktion. 

    Dieser Artikel untersucht Möglichkeiten, die Nierengesundheit zu unterstützen, die Entgiftung zu verbessern und potenziellen Problemen vorzubeugen. Wenn Sie diese Schritte befolgen, können Sie die Nieren schützen und die allgemeine Gesundheit stärken.

    Die wichtigsten physiologischen Funktionen der Nieren

    1. Filterung von Abfallstoffen

    Die Nieren entfernen toxische Substanzen wie Harnstoff, Ammoniak, überschüssige Salze, Glukose und Fettsäuren durch die Bildung von Urin (Ausscheidung) aus dem Körper. Dieses System sorgt dafür, dass sich schädliche Abfallstoffe nicht in den Blutgefäßen ansammeln, und verhindert so mögliche Schäden an Geweben und Organen.(1)

    Die glomeruläre Filtration ist der erste Schritt bei der Bildung von Urin. Sie wird durch hydrostatischen Druck über eine dreischichtige Filtrationsbarriere angetrieben, die Blutzellen und große Proteine daran hindert, hindurchzutreten. Der daraus resultierende Nettofiltrationsdruck hängt vom Gleichgewicht zwischen dem Flüssigkeitsdruck in den glomerulären Kapillaren, dem entgegenwirkenden kapsulären hydrostatischen Druck und dem kolloidosmotischen Druck ab. Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR), die normalerweise zwischen 120 und 125 mL/min liegt, spiegelt den Nettofiltrationsdruck, die Membranpermeabilität und die gesamte Oberfläche wider.(2) 

    2. Regulation des Wasserhaushalts

    Die Nieren spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung eines angemessenen Hydratationsniveaus, indem sie das Gleichgewicht zwischen Wasseraufnahme und Wasserabgabe regulieren. Sie filtern außerdem überschüssige Salze und Mineralstoffe, etwa Kalzium, heraus und sorgen so dafür, dass die Körperflüssigkeiten isotonisch bleiben und der Elektrolythaushalt ausgeglichen ist.

    Der Mensch verfügt über einen empfindlichen physiologischen Durstmechanismus zur Regulierung des Körperwassers, trinkt jedoch häufig aus anderen Gründen, etwa wegen des Geschmacks oder des sozialen Umfelds. Obwohl die Nieren kurzfristige Wasserüberschüsse oder -defizite ausgleichen können, führt die Verfügbarkeit von gesüßten oder alkoholischen Getränken in wohlhabenderen Gesellschaften häufig zu einer Verwirrung über den tatsächlichen Durstbedarf.(3)

    3. Unterstützung metabolischer Prozesse

    Die Nieren unterstützen Stoffwechselfunktionen wie Energieproduktion, Hormonregulation und Muskelkontraktion:

    • Hormonregulation: Die Nieren regulieren Hormone wie Insulin (GI) und Wachstumshormon, die für den Stoffwechsel wesentlich sind.(4-5)
    • Energieproduktion: Während des Trainings bilden die Muskeln Milchsäure, die die Nieren in Essigsäure umwandeln, um die Anreicherung toxischer Abfallprodukte zu verhindern.(6)

    4. Urinbildung

    Der Prozess der Urinbildung umfasst komplexe Wechselwirkungen:(7)

    • Das Urogenitalsystem (die Nieren) filtert das Blut und produziert Urin.
    • Das Kreislaufsystem unterstützt diesen Prozess, indem es die notwendigen Nährstoffe liefert.
    • Das vegetative Nervensystem steuert den Harnfluss und sorgt so für eine effiziente Regulation der Körperbedürfnisse.

    5. Umgang mit Dehydrierung

    Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend für die Nierenfunktion.(8) Dehydrierung kann zu Folgendem führen:

    • Verminderte Urinausscheidung
    • Verlust wichtiger Mineralstoffe und Elektrolyte im Körper
    • Beeinträchtigte Filtrationseffizienz
    Comprehensive guide to optimizing kidney function:

    KÖRPERFLÜSSIGKEITSHAUSHALT

    Etwa 65 % des menschlichen Körpers bestehen aus Wasser. Dehydrierung um nur wenige Prozentpunkte beeinträchtigt die allgemeine Leistungsfähigkeit deutlich. Die Regulation des Körperflüssigkeitshaushalts ist einer der wichtigsten Regulationsmechanismen.

    Ein Mensch kann ohne Nahrung über längere Zeiträume überleben, aber schon 3–5 Tage ohne Flüssigkeit führen wahrscheinlich zum Tod. Ebenso ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme während und nach dem Training von größter Bedeutung. Der Körper kann unter körperlicher Belastung nur eine relativ geringe Menge Flüssigkeit aufnehmen. Dieses Volumen variiert zwischen 300 und 1.200 Millilitern pro Stunde.(9)

    Gemäß den offiziellen Leitlinien sollte man täglich mindestens 1–1,5 Liter Wasser trinken, vorzugsweise 2–3 Liter, abhängig vom täglichen Aktivitätsniveau und der Lufttemperatur.(10) Die tägliche Flüssigkeitszufuhr sollte um mindestens einen Liter pro Stunde körperlicher Betätigung erhöht werden. Auch ältere Menschen sollten aufgrund der eingeschränkten Fähigkeit ihrer Nieren, Urin zu filtern, mehr Flüssigkeit zu sich nehmen.(11) Ein einfacher Indikator für eine ausreichende Hydratation ist die Farbe und Menge des Urins. 

    Hellgelber Urin und eine beträchtliche Urinmenge deuten darauf hin, dass der Flüssigkeitshaushalt des Körpers in Ordnung ist. Umgekehrt sind dunkel gefärbter Urin und eine geringe Urinmenge Anzeichen für Dehydrierung.(12) Andererseits weist völlig farbloser Urin darauf hin, dass die Flüssigkeitszufuhr mengenmäßig zu hoch oder zu schnell war.

    Die Rolle der Ernährung bei der Optimierung der Nierenfunktion

    Antioxidantien zur Unterstützung der Nierenfunktion

    Antioxidantien neutralisieren freie Radikale, die bei der Zellatmung entstehen, und schützen die Nieren vor oxidativem Stress, der durch Umweltfaktoren wie Rauch, Umweltverschmutzung und schädliche Gewohnheiten wie übermäßigen Alkoholkonsum verursacht wird.(13) 

    Dazu gehören:

    • Beeren: Reich an Vitamin C und Antioxidantien, insbesondere Polyphenolen, schützen sie vor chronischen Erkrankungen und unterstützen gleichzeitig die Nierenfunktion.
    • Nüsse und Samen: Sie enthalten Flavonoide, die vor vorzeitiger Alterung schützen und die Gesundheit des Immunsystems unterstützen, was indirekt der Nierenfunktion zugutekommt.
    • Blattgemüse: Wie Spinat und Grünkohl sind ausgezeichnete Quellen für Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, darunter die Vitamine A, C und E, die dabei helfen, freie Radikale im Körper zu neutralisieren. Allerdings kann der Verzehr großer Mengen rohen Grünkohls und Spinats die Oxalatanreicherung im Körper erhöhen, was die Entstehung von Nierensteinen begünstigen kann.(14)
    • Dunkle Schokolade: Enthält Verbindungen wie Epicatechin, die freie Radikale bekämpfen und gleichzeitig das Nährstoffgleichgewicht aufrechterhalten. Interessanterweise kann der Verzehr dunkler Schokolade die Sauerstoffversorgung des Nierenmarks erhöhen und dadurch zu einer besseren Nierenfunktion führen.(15) Ein zu hoher Konsum dunkler Schokolade kann jedoch die Oxalatbelastung und das Risiko für Nierensteine erhöhen.

    Proteinoptimierte Ernährung für eine optimale Nierenfunktion

    Proteine sind unerlässlich für die Muskelreparatur, die Signalübertragung in den Nerven und die Hormonregulation, was alles die Nierengesundheit unterstützt. Bei gesunden Menschen ist eine eiweißreiche Ernährung für die Nieren nicht schädlich. Eine Einschränkung der Proteinzufuhr verringert jedoch die Belastung der Nieren und lindert den Zustand bei Personen, die bereits an einer Nierenschwäche leiden.(16-17) Tatsächlich hat sich gezeigt, dass Protein den Blutdruck senken und damit die auf die Nieren ausgeübte Belastung verringern kann.(18)

    Bei der Verbesserung der Nierenfunktion durch Ernährung liegt der Schwerpunkt auf einer entzündungshemmenden und nährstoffreichen Kost.(19) Auch die Gesunderhaltung des Darms ist für die Nierenfunktion wichtig. Insbesondere das Leaky-Gut-Syndrom kann dazu führen, dass Toxine in den Kreislauf gelangen und möglicherweise Nierenschäden verursachen.(20) Studien haben gezeigt, dass eine proinflammatorische Ernährung wie SAD (Standard American Diet) die Nierenfunktion deutlich beeinträchtigt.(21)

    Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird empfohlen, die Zufuhr von Natrium, Kalium und Phosphor aus der Nahrung zumindest vorübergehend zu begrenzen.

    Die Rolle von Ballaststoffen zur Unterstützung der Nierengesundheit

    Ballaststoffe tragen zu einer regelmäßigen Darmfunktion bei, indem sie das Stuhlvolumen erhöhen und die Transitzeit verbessern. Dies reduziert Verstopfung und unterstützt die effiziente Ausscheidung von Abfallstoffen. Eine ausreichende Ballaststoffzufuhr fördert außerdem nützliche Darmbakterien, die zusammen als Darmmikrobiom bezeichnet werden, das dabei hilft, Nährstoffe abzubauen und beeinflusst, wie Toxine verarbeitet werden, bevor sie in den Blutkreislauf gelangen.

    Ein ausgewogenes Darmmikrobiom kann die Bildung von Verbindungen wie p-Kresylsulfat und Indoxylsulfat verringern, die die Nieren zusätzlich belasten. Wenn weniger Toxine zirkulieren, können sich die Nieren auf die Filtration der üblichen Stoffwechselendprodukte konzentrieren. Kurzkettige Fettsäuren aus der Fermentation von Ballaststoffen helfen außerdem, die Darmschleimhaut aufrechtzuerhalten, Entzündungen zu reduzieren und verschiedene Stoffwechselwege zu regulieren, die die Nierengesundheit beeinflussen.(22)

    Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Darm und Nieren in einem bidirektionalen Austausch stehen, der manchmal als „Darm-Nieren-Achse“ bezeichnet wird. Eine ballaststoffreiche Ernährung fördert ein positives mikrobielles Umfeld, reduziert die Toxinbelastung und schützt die Nierenfunktion. Durch die Verbesserung der Nährstoffaufnahme und der Integrität der Darmbarriere schaffen Ballaststoffe ein gesünderes inneres Milieu, das indirekt den Nieren zugutekommt.(23)

    Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel, die die Nierenfunktion unterstützen, sind unter anderem:

    • Flavonoidreiche Lebensmittel unterstützen allgemein die Nierenfunktion(24)
    • Blaubeeren (reich an Anthocyanen)(25)
    • Cranberries (verbessern den Zustand der Harnwege und Harnleiter und hemmen Infektionen)(26)
    • Alkalische Lebensmittel wie Gemüse, Beeren und Früchte (eine hohe Säurelast in der Ernährung beeinträchtigt die Nierenfunktion)(27)
    • Resveratrol (Tierversuche haben gezeigt, dass es Entzündungen und oxidativen Stress in den Nieren reduziert)(28)
    • Löwenzahn(29)
    • Curcumin(30)
    • Brennnessel (senkt den Blutdruck und wirkt harntreibend)(31)
    • Silybum marianum (Mariendistel)(32)
    • Reishi (Tierversuche haben gezeigt, dass er Nierenschäden hemmt)(33-34)
    • Schisandra (Fünf-Geschmacks-Beere) (Befunde aus Tierversuchen)(35)
    • Zitronensaft (hemmt die Bildung von Nierensteinen)(36)
    • Vitamin C (Human- und Tierversuche haben gezeigt, dass es die Nieren im Zusammenhang mit Nierenerkrankungen schützen kann)(37-39)
    • Ein übermäßiger Einsatz von Vitamin C kann ein prädisponierender Faktor für Nierensteine sein, zumindest bei Männern(40)
    • Antioxidantien können allgemein in den frühen Stadien einer beeinträchtigten Nierenfunktion hilfreich sein(41)
    • Niereninsuffizienz verursacht eine beeinträchtigte Stickstoffmonoxid-(NO-)Produktion; daher können Lebensmittel und Aminosäuren, die die NO-Produktion steigern, dazu beitragen, die Nierenfunktion zu verbessern(42)
      • Rote Bete
      • Arginin
      • Citrullin-Malat
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    Zu den Lebensstilfaktoren, die die Nierenfunktion verbessern, gehören:(43-45)

    • Rauchen vermeiden oder aufgeben
    • Moderate Bewegung, die das Kreislaufsystem stärkt
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
    • Gute Blutzuckerkontrolle und Vermeidung von Diabetes
    • Aufrechterhaltung eines normalen Körpergewichts
    • Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks

    Überwachung und Tests der Nierenfunktion

    Bei jährlichen Labortests ist es ebenfalls wichtig, umfassende Tests der Nierenfunktion durchzuführen. Dazu gehören die folgenden:

    • Elektrolytwerte (Natrium und Kalium): Stellen eine ausreichende Hydratation und den Salzhaushalt sicher.
    • Blutharnstoffstickstoff (BUN): Misst die Filtrationseffizienz der Nieren.
    • Kreatinin: Gibt den Schweregrad oder die Erholung bei Nierenerkrankungen an.
    • Cystatin-C: Ein empfindlicherer Marker für Nierenschäden als Kreatinin.

    Natrium

    Natrium ist das sechsthäufigste Element in der Erdkruste und eines der wichtigsten Makromineralien. Sein chemisches Symbol ist Na. Natrium kommt in allen Tieren und in vielen Pflanzen als Salz oder Natriumchlorid (NaCl) vor. Ein erwachsener Mensch mit einem Körpergewicht von 70 kg enthält ungefähr 100 g Natrium, davon 40 % in den Knochen und 60 % in den Zell- und Zwischenzellflüssigkeiten.

    Natrium (und Chlorid) wirken in der extrazellulären Flüssigkeit, indem sie den Blutdruck und das Volumen der extrazellulären Flüssigkeit regulieren. Dazu gehören das Blutplasma, die interstitielle (zwischenzellige) Flüssigkeit und die transzelluläre Flüssigkeit (Liquor, Synovialflüssigkeit usw.) Die Regulierung dieses Gleichgewichts ist entscheidend für das Membranpotenzial der Zellen und die Natrium-Kalium-ATPase-Pumpe (siehe Abschnitt "Kalium" für weitere Informationen). Funktion und Anzahl dieser Pumpen variieren je nach körperlicher Aktivität, Fasten, Alter, verschiedenen Hormonen und Medikamenten.

    Natrium ist das wichtigste Kation in der extrazellulären Flüssigkeit, während Kalium das wichtigste Kation in der intrazellulären Flüssigkeit ist. Seine Konzentration außerhalb der Zellen ist 10-mal höher als innerhalb der Zellen.(46)

    HYPONATRIÄMIE

    Hyponatriämie, also ein niedriger Natriumspiegel im Blut, kann sich aus verschiedenen Gründen entwickeln. Im Allgemeinen strebt der Körper danach, einen stabilen Natriumspiegel im Blut aufrechtzuerhalten. Hyponatriämie wird nur sehr selten durch eine unzureichende Natriumzufuhr über die Nahrung verursacht. Ein Überschuss an Natrium in der Nahrung führt nicht zu einem übermäßigen Natriumspiegel im Blut, da die Nieren überschüssiges Natrium filtern.

    In der Praxis kann Hyponatriämie auf zwei Arten entstehen, durch einen schweren Natriumverlust oder durch einen übermäßigen Wassergehalt im Körper, also eine Verdünnungshyponatriämie. Letzteres verdünnt alle Körperflüssigkeiten und führt zu einem Abfall des Natriumspiegels. Meistens wird Hyponatriämie durch einen übermäßigen Wassergehalt im Körper verursacht. Eine durch Natriumverlust bedingte Hyponatriämie kann nach mehreren Tagen mit starkem Durchfall und Erbrechen auftreten. Dies erfordert in der Regel eine Krankenhausbehandlung und eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr. Hyponatriämie tritt häufiger bei älteren Menschen auf, insbesondere bei Personen mit chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes.(47)

    Zu den Symptomen einer Hyponatriämie gehören:

    • Kopfschmerzen
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Muskelkrämpfe
    • Müdigkeit
    • Desorientierung
    • Ohnmacht

    Viele Medikamente stellen einen prädisponierenden Faktor für Hyponatriämie dar, insbesondere wenn sie über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen eingenommen werden. Dazu gehören Diuretika, ACE-Hemmer, entzündungshemmende Medikamente, opiatbasierte Analgetika, SSRIs, trizyklische Antidepressiva, Carbamazepin und Lamotrigin. Ein weiterer prädisponierender Faktor für Hyponatriämie ist ein exzessives Ausdauertraining, das oft mit übermäßigem Trinken einhergeht.(48)

    HYPERNATRIÄMIE

    Hypernatriämie, also hohe Natriumwerte im Blut, kann sich aus verschiedenen Gründen entwickeln. Der Natriumspiegel im Blut steigt an, wenn die betreffende Person dehydriert ist, d. h. unzureichend Wasser aufnimmt oder über die Nieren übermäßig viel Wasser verliert. Bei einem gesunden Menschen tritt dies nicht auf, da das Durstzentrum im Gehirn aktiviert wird und Dehydrierung durch das Trinken von Wasser verhindert wird. Wenn das Durstzentrum nicht richtig funktioniert und die Wasseraufnahme unzureichend ist, können die daraus resultierenden Folgen Dehydrierung und Hypernatriämie umfassen. Dies kann zum Beispiel bei älteren Menschen mit Anomalien der Hirnfunktion auftreten.(49) Mitunter kann Hypernatriämie auch im Zusammenhang mit schwerem Durchfall und Erbrechen auftreten, wodurch es zu einem übermäßigen Wasserverlust kommt.

    Ein erheblicher Großteil der Natriumzufuhr stammt aus dem in Lebensmitteln enthaltenen Salz. Eine übermäßige Natriumzufuhr über die Nahrung verursacht bei gesunden Menschen jedoch keine Hypernatriämie. Das liegt daran, dass natriumreiche Nahrung Durst auslöst, was wiederum die Wasseraufnahme erhöht. Gleichzeitig filtern die Nieren überschüssiges Natrium. Eine schwere Hypernatriämie liegt bei einem Natriumspiegel im Blut von über 155 nmol/L vor (der Normalbereich liegt bei 137–145 nmol/L).

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    NATRIUM- (SALZ-)ZUFUHR ÜBER DIE NAHRUNG

    Die offizielle Mindestzufuhrempfehlung für Natrium in Finnland liegt bei etwa 1,5 Gramm pro Tag. Die bevölkerungsbezogene Empfehlung für die maximale Salzaufnahme für Erwachsene beträgt bis zu 5 g/Tag, was 2 g/Tag Natrium entspricht.

    Die durchschnittliche Salz- (NaCl-)Aufnahme erwachsener finnischer Männer im Alter von 25–64 Jahren beträgt 8,9 g pro Tag (3,5 g Natrium) und bei erwachsenen Frauen im Alter von 25–64 Jahren liegt sie bei 6,5 g pro Tag (2,6 g Natrium). Auf Grundlage der FinRavinto-2012-Studie liegt die Empfehlung für Männer bei weniger als 7 g/Tag (Na 2,4 g) und für Frauen bei weniger als 6 g/Tag (Na 2,8 g) (vgl. aktuelle Empfehlung von 5 g/Tag). Die Ergebnisse legen nahe, dass Finnen im Vergleich zu den Empfehlungen ausreichend (oft übermäßig viel) Salz (NaCl) konsumieren.

    Es ist bemerkenswert, dass eine übermäßige Salzaufnahme (mehr als 6 g/Tag) zwar mit hohem Blutdruck verbunden ist, eine niedrige Salzaufnahme (weniger als 3 g/Tag) jedoch ein noch größeres Gesundheitsrisiko darstellt.(50) Ein weiterer wichtiger Faktor ist , dass Finnen zu viel minderwertiges, raffiniertes Speisesalz konsumieren, dem andere Mineralstoffe fehlen. Manche Menschen reagieren empfindlicher auf Salz als andere. Schätzungen zufolge sind etwa 26 % der Menschen mit normalem und 51 % der Menschen mit hohem Blutdruck salzsensitiv.(51)

    Die empfohlene Tageszufuhr (RDA) für Salz lag in den Vereinigten Staaten bei bis zu 5,8 g/Tag (entsprechend 2,3 g Natrium). Studien zufolge sind niedrigere Richtwerte als diese nicht hilfreich und können für Menschen mit Diabetes, Nierenerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar schädlich sein.(52)

    Im Jahr 2019 überarbeitete das Food and Nutrition Board (FNB) der National Academy of Medicine die Dietary Reference Intakes (DRIs) für Natrium. Das FNB fand keine ausreichenden Belege, um einen Estimated Average Requirement (EAR) festzulegen und daraus eine Recommended Dietary Allowance (RDA) abzuleiten. Stattdessen legte es für Natrium eine angemessene Zufuhr (AI) fest.(53)

    Zusammenfassung:

    Im Allgemeinen konsumieren Menschen zu viel minderwertiges Salz (verstecktes Salz, zugesetztes raffiniertes Salz) und zu wenig mineralstoffreiches Salz. Man kann zu viel oder zu wenig Salz zu sich nehmen. Eine übermäßige Salzaufnahme und eine unzureichende Kaliumzufuhr können der Gesundheit schaden.

    Steigen Sie auf ein hochwertiges Salz um (siehe Ende des Kapitels). Verzehren Sie reichlich Gemüse, Beeren und Obst, um eine optimale Kaliumzufuhr sicherzustellen.

    NATRIUMWERTE IM LABOR MESSEN:

    Der Natriumhaushalt des Körpers wird in erster Linie anhand des Blutes gemessen, also von Plasma oder Serum. Die Natriumausscheidung kann durch Messung der Natriumwerte im Urin beurteilt werden. Das Natrium im Urin hängt von der Natrium-(Salz-)Zufuhr über die Nahrung ab. Höhere Mengen werden ausgeschieden, wenn die Nahrung natriumreich ist oder bei einer Schädigung des Nierenkörperchens, einer Nebenniereninsuffizienz oder infolge von Diuretika. Ist trotz normaler Natriumzufuhr über die Nahrung wenig Natrium im Urin vorhanden, kann der Befund auf niedrige Natriumspiegel im Körper hinweisen.(54)

    Typischer Referenzbereich (S-Na):

    Erwachsene: 137–145 nmol/L

    LEBENSMITTEL MIT DEM HÖCHSTEN NATRIUMGEHALT (Quelle: die Fineli-Datenbank)

    Die folgenden Angaben beziehen sich auf Natriumwerte. Die Menge an Salz (NaCl) kann berechnet werden, indem dieser Wert mit 2.548 multipliziert wird.

    • Himalaya-Steinsalz (38,069 mg / 100 g)
    • Meersalz (37,600 mg / 100 g)
    • Natron (27,360 mg / 100 g)
    • Mineralsalz (21,000 mg / 100 g)
    • Backpulver (11,800 mg / 100 g)
    • Eingelegter Hering, im Fass konserviert (4,960.9 mg / 100 g)
    • Sardellen (4,140 mg / 100 g)
    • Rogen, gesalzen (2,039.5 mg / 100 g)
    • Oliven, durchschnittlich (1,920 mg / 100 g)
    • Speck, gebraten (1,342.5 mg / 100 g)
    • Warmgeräucherter Felchen (1,090 mg / 100 g)
    • Kaviar, Störrogen (991.4 mg / 100 g)

    Zu den Lebensmitteln mit viel verstecktem, minderwertigem Salz zählen Sojasauce, Metworst (Salami), viele Mahlzeitenersatzprodukte, Konserven, Brot, Cracker, Kekse, Chips und Knabbergebäck, Senf, Ketchup, Schmelzkäse, Aufschnitt, Würste und unzählige Convenience-Produkte.

    EMPFOHLENE HOCHWERTIGE SALZPRODUKTE ZUM KOCHEN:

    • Kalahari-Salz & Oryx-Wüstensalz
    • Himalaya-Steinsalz/Rosasalz/Kristallsalz
    • Schwarzes Salz
    • Keltisches Meersalz
    • Guérande-Meersalz
    • Meersalz
      • Zum Beispiel Maldon pure sea salt crystal flakes
    • Pansalt
      • Es enthält weniger Natrium und mehr Kalium
      • Geeignet für Personen mit Kaliummangel, die außerdem ein Problem mit zu viel Natrium haben

    Kalium

    Kalium ist eines der wichtigsten Mengenelemente im Körper. Es ist ein Kation, also ein positiv geladenes Ion. Das chemische Symbol von Kalium ist K. Kalium ist eines der wichtigsten Mineralstoffe in der Natur. Es ist für Tiere und Pflanzen gleichermaßen essenziell.

    Der menschliche Körper enthält mehr als 100 Gramm Kalium. Es ist ein essentielles Elektrolyt in den Zellen und ihr wichtigstes positiv geladenes Kation. Dies bedeutet, dass Kalium beispielsweise das Aktionspotenzial von Neuronen aufrechterhält, das für die Weiterleitung von Nervenimpulsen genutzt wird. Umgekehrt ist das wichtigste Kation außerhalb der Zellen Natrium (Na+). Kalium wird außerdem für die normale Proteinsynthese in den Muskeln benötigt.

    Natrium reguliert den Transport von Kalium und Natrium durch die Zellmembranen über die Natrium-Kalium-ATPase-Pumpe, die ein ATP-Molekül verwendet, um drei Na+-Ionen aus den Zellen und zwei K+-Ionen in die Zellen zu bewegen. Dies erhält das Aktionspotenzial der Zellmembranen aufrecht. Es wird geschätzt, dass die Funktion dieser Pumpen in den Zellmembranen 20–40 % des Ruheenergieverbrauchs eines erwachsenen Menschen ausmacht. Diese Pumpen regulieren beispielsweise die Weiterleitung von Nervenimpulsen, Muskelkontraktionen und die elektrische Herzfunktion. Zusätzlich zu den oben genannten Funktionen wird Kalium als Cofaktor des Enzyms Pyruvatkinase im Kohlenhydratstoffwechsel benötigt.(55)

    Die Nieren sind ein wichtiger Bestandteil des Kaliumstoffwechsels und stehen mit dem Natriumstoffwechsel in Zusammenhang. Die Nierenglomeruli filtern täglich etwa 180 Liter Blutplasma, das 600 g Natrium und 33 g Kalium enthält. Wenn der Filtrationsprozess der Nieren nicht präzise funktioniert oder wenn die Kaliumzufuhr aus der Nahrung unzureichend ist, kann sich eine potenziell gefährliche Erkrankung namens Hypokaliämie entwickeln. Unbehandelt kann sie zum Tod führen.

    Prädisponierende Faktoren für Hypokaliämie sind:(56)

    • Starkes Erbrechen und Durchfall (Kaliumverlust)
    • Übermäßiger Gebrauch von Abführmitteln
    • Schwerer Magnesiummangel
    • Herzinsuffizienz
    • Alkoholismus
    • Kontinuierliche Einnahme von Thiazid-Diuretika oder Furosemid
    • Anorexie oder Bulimie
    • Langfristiger Verzehr großer Mengen Lakritz

    Zu den Symptomen einer Hypokaliämie gehören:

    • Müdigkeit und Erschöpfung
    • Muskelschwäche und Krämpfe
    • Darmlähmung
    • Herzklopfen
    • Muskellähmung (in extremen Fällen)

    Epidemiologischen Studien zufolge ist eine erhöhte Kaliumzufuhr aus der Nahrung mit einem geringeren Schlaganfallrisiko verbunden. Dies gilt insbesondere für Personen, deren Kaliumzufuhr aus der Nahrung zuvor relativ niedrig war und die den Anteil von Obst und Gemüse in ihrer Ernährung erhöht haben. Eine ausreichende Zufuhr von Kalium (und Magnesium) wurde außerdem mit einer verbesserten Knochendichte in Verbindung gebracht, insbesondere bei Frauen und älteren Männern.(57) Kaliumhaltige Lebensmittel sind in der Regel auch reich an Bicarbonat, das im Körper als pH-Puffer wirkt. Eine ausreichende Bicarbonatzufuhr hilft, den Knochenstoffwechsel im Gleichgewicht zu halten.(58)

    Es wurde auch festgestellt, dass sich die Kaliumzufuhr positiv auf den Blutdruck auswirkt; eine hohe Kaliumzufuhr aus der Nahrung ist mit einem niedrigeren Blutdruck verbunden als eine deutlich geringere Kaliumzufuhr.(59) Eine tägliche Kaliumzufuhr von etwa 4.100 mg war im Durchschnitt mit um 2,8/1,1 mmHg (systolisch/diastolisch) niedrigeren Blutdruckwerten bei gesunden Personen und mit bis zu 7,2/2,8 mmHg (systolisch/ diastolisch) niedrigeren Blutdruckwerten bei Personen mit Hypertonie verbunden, deren Kaliumzufuhr aus der Nahrung nur 1.700 mg/Tag betrug.(60) Kaliumpräparate können den Blutdruck ebenfalls deutlich senken (-3,11/1,97 mmHg), aber jede solche Anwendung sollte von einer medizinischen Fachkraft genehmigt und überwacht werden.(61)

    Die Einnahme von Kaliumpräparaten kann in manchen Fällen Nebenwirkungen haben. Dazu gehören:

    • Übelkeit und Erbrechen
    • Magen-Darm-Beschwerden
    • Durchfall

    HYPERKALIÄMIE (ERHÖHTE KALIUMWERTE IM BLUT)

    Hyperkaliämie bedeutet eine übermäßige Kaliumzufuhr. Dies ist bei Kalium aus der Nahrung nicht wahrscheinlich, aber wenn Kalium als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wird, ist eine Hyperkaliämie möglich, wenn auch unwahrscheinlich. Eine finnische Duodecim-Übersicht (2018) stellt jedoch fest: "Die Kaliumwerte im Blut eines gesunden Menschen können nicht zu hoch werden, selbst wenn kaliumreiche Nahrung oder Kaliumtabletten verzehrt werden. Das überschüssige Kalium wird von den Nieren über den Urin ausgeschieden."

    Andererseits wurde festgestellt, dass Einzeldosen von Kaliumpräparaten über 18 g schwere Hyperkaliämie verursachen können. In Finnland beträgt die maximal empfohlene Dosis für Kaliumpräparate 3,5 Gramm. In den USA liegt die maximal empfohlene Dosis bei 3.400 mg. 

    Viele Arten von Medikamenten können Hyperkaliämie verursachen (darunter kaliumhaltige Medikamente gegen Bluthochdruck, ACE-Hemmer, entzündungshemmende Arzneimittel und einige Antibiotika wie Trimetoprim-Sulfa, Heparin, Digitalis, Beta- und Alpha-Blocker sowie Angiotensinrezeptorblocker).

    KALIUMZUFUHR AUS DER NAHRUNG

    Die empfohlene Kaliumzufuhr für Erwachsene beträgt typischerweise:

    • Männer: 3.500 mg pro Tag
    • Frauen: 3.100 mg pro Tag
    • Schwangere Frauen: 3.100 mg pro Tag
    • Stillende Frauen: 3.100 mg pro Tag

    Die durchschnittliche Kaliumzufuhr erwachsener finnischer Männer (im Alter von 25–64 Jahren) beträgt 4,100 mg pro Tag; bei erwachsenen Frauen (im Alter von 25–64 Jahren) beträgt sie 3,400 mg pro Tag. Die Ergebnisse zeigen, dass die finnische Bevölkerung im Vergleich zu den Empfehlungen ausreichend Kalium über die Nahrung erhält. Ob die Richtwerte für die Kaliumzufuhr für optimale Gesundheit und Wohlbefinden ausreichend sind, ist eine Überlegung wert. Laut klinischen Studien liegt die ideale Kaliumzufuhr zur Vorbeugung von beispielsweise Schlaganfall, Hypertonie, Osteoporose oder Nierensteinen bei 4,700 mg/Tag.(62)

    Die empfohlene Tageszufuhr (RDA) für Kalium in den Vereinigten Staaten beträgt 4,700 mg/Tag für Männer und Frauen und 5,100 mg/Tag für schwangere Frauen. Andererseits ist die Kaliumzufuhr in den Vereinigten Staaten im Vergleich zu Finnland sehr niedrig (2,300 mg/Tag für Frauen und 3,100 mg/Tag für Männer).

    MESSUNG DER KALIUMWERTE IM LABOR

    Die Kaliumbilanz und die Kaliumwerte können aus Blutplasma, Serum, roten Blutkörperchen oder Vollblut gemessen werden. Kaliumwerte im Serum oder Plasma werden zur Überwachung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts sowie der Säure-Basen-Homöostase verwendet. Erhöhte Werte treten im Zusammenhang mit Gewebeschädigungen auf (Rhabdomyolyse, Hämolyse), Niereninsuffizienz, Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison), Azidose (wobei Kalium aus dem Zellinneren in den Raum außerhalb der Zellen verschoben wird), Schock, Gewebehypoxie, Insulinmangel, Digoxinvergiftung und bei Behandlungen mit Spironolacton, Amilorid oder Triamteren.

    Niedrige Kaliumwerte treten aufgrund der Einnahme von Diuretika, einer Flüssigkeitstherapie mit unzureichendem Kaliumgehalt, Dehydratation durch Durchfall oder Erbrechen, übermäßigem Gebrauch von Laxanzien, Nierenerkrankungen (Nephritiden, tubuläre Schädigung), Alkalose, primärem und sekundärem Hyperaldosteronismus, Cushing-Syndrom (Hyperkortisolismus), übermäßiger Insulinzufuhr und Magnesiummangel auf.

    Typischer Referenzbereich (S-K):

    • Erwachsene: 3.6–5.0 nmol/l
    Comprehensive guide to optimizing kidney function:

    DIE BESTEN NAHRUNGSQUELLEN FÜR KALIUM (Quelle: die Fineli-Datenbank)

    Trockenfrüchte sind reich an Kalium, enthalten aber auch viel Zucker. Deshalb sind sie nicht in dieser Liste enthalten.

    • Mineralsalz (17,880 mg / 100 g), eine tägliche Aufnahme von 5 g enthält 894 mg
    • Kakaopulver (3,490 mg / 100 g), rohes Kakaopulver wird empfohlen
    • Nori-Algen, getrocknet (2,840 mg / 100 g)
    • Dunkle Schokolade 80 % (1,754 mg / 100 g)
    • Pistazien (1,042 mg / 100 g)
    • Hanfsamen, ganz (859 mg / 100 g)
    • Kürbiskerne (807 mg / 100 g)
    • Petersilie (770 mg / 100 g)
    • Mandeln (740 mg / 100 g)
    • Gehacktes Hühnerfleisch (8.3 mg / 100 g)
    • Brennnessel (670 mg / 100 g)
    • Rosinen (650 mg / 100 g)
    • Rentierfleisch (621.6 mg / 100 g)
    • Pastinaken (590 mg / 100 g)
    • Rinderbraten (566 mg / 100 g)
    • Cashews (565 mg / 100 g)
    • Goldpfifferlinge, gebraten (551.8 mg / 100 g)
    • Trompetenpfifferlinge, gebraten (545.1 mg / 100 g)
    • Elchfleisch (535.9 mg / 100 g)
    • Frische Kräuter, im Durchschnitt (501.5 mg / 100 g)
    • Kartoffel geschält (500 mg / 100 g)
    • Radieschen (490 mg / 100 g)
    • Rote Bete, im Ofen gebacken (484.3 mg / 100 g)
    • Regenbogenforelle (477 mg / 100 g)
    • Mangold und Spinat (470 mg / 100 g)
    • Hagebutten (410 mg / 100 g)
    • Haferflocken (414 mg / 100 g)
    • Blumenkohl (370 mg / 100 g)
    • Rentierleber (370 mg / 100 g)
    • Süßkartoffel, im Ofen gebacken (366.3 mg / 100 g)
    • Champignon (364 mg / 100 g)
    • Banane, geschält (358.4 mg / 100 g)
    • Kiwi, geschält (289.7 mg / 100 g)

    Kreatinin

    Kreatinin (Cr) ist ein Abfallprodukt, das bei der Energiegewinnung in den Muskeln mithilfe von Kreatinphosphat entsteht. Kreatinin wird kontinuierlich über die Nieren aus dem Körper entfernt, indem es in den Urin gefiltert wird. Daher sind die Kreatininwerte im Serum entscheidend bei der Beurteilung der Nierenfunktion.(63) Eine ordnungsgemäße Nierenfunktion ist für die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen, die Bildung roter Blutkörperchen, den Knochenstoffwechsel sowie die Regulation von Blutdruck und Flüssigkeitshaushalt von zentraler Bedeutung.(64)

    Die Kreatininwerte gesunder Menschen stehen in einem Verhältnis zu ihrer Muskelmasse und ihrer Eiweißzufuhr. Erhöhte Werte deuten auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hin, die verschiedene Ursachen haben kann. Dazu zählen Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Nierenentzündungen, Nierensteine, Harnwegsobstruktionen und Medikamente wie ACE-Hemmer. Sind die Kreatininwerte erhöht, sollte eine erneute Blutuntersuchung durchgeführt werden, um das Ergebnis zu bestätigen. Selbst leicht erhöhte Kreatininwerte können auf schwere Nierenschäden oder eine Nierenerkrankung hinweisen.(65) Anhaltend erhöhte Kreatininwerte erfordern eine medizinische Behandlung und Kontrolluntersuchungen.(66)

    Niedrige Kreatininwerte können auf eine geringe Muskelmasse oder eine geringe Eiweißzufuhr hinweisen. Unzureichende Kreatininwerte werden mit erhöhter Sterblichkeit und geringeren Überlebensraten in Verbindung gebracht, insbesondere bei hospitalisierten Patienten. Solche Fälle gehen gewöhnlich mit einer Kachexie einher, einem deutlichen Verlust an Muskelprotein.(67)

    Leicht erhöhte Werte treten besonders bei Männern mit großer Muskelmasse und hoher Eiweißzufuhr über die Nahrung auf und generell im Zusammenhang mit Dehydratation, ohne dass dies auf eine pathologische Veränderung hinweist. In solchen Fällen ist der Cystatin-C-Marker (siehe weiter unten) bei der Beurteilung der Nierenfunktion genauer.(68)

    Etwa 10 % der Weltbevölkerung hat eine chronische Nierenerkrankung irgendeiner Art.(69) Die beiden wichtigsten Risikofaktoren für eine Niereninsuffizienz sind Bluthochdruck, Hypertonie, und Diabetes.

    Typischer Referenzbereich (S-Cr):

    • Männer: 60–100 umol/l
    • Frauen: 50–90 umol/l
    Comprehensive guide to optimizing kidney function:

    Bild: Eine künstlerische Darstellung von Cystatin C.

    Cystatin C

    Cystatin-C ist ein Protein, das von den meisten Zellen des Körpers gebildet und von den Nieren filtriert wird. Nach der Filtration wird es in den Nierentubuli abgebaut.(70) Da die Bildung von Cystatin-C relativ konstant ist und kaum von der Muskelmasse beeinflusst wird, liefert die Messung von Cystatin-C eine genauere Beurteilung der Nierenfunktion als Kreatinin allein.(71) 

    Erhöhte Cystatin-C-Werte weisen typischerweise auf eine verminderte Filtration der Nieren hin. Ursachen können Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Nierenentzündungen, Harnwegsobstruktionen und Nebenwirkungen von Medikamenten sein, die die Nierendurchblutung beeinträchtigen. Wenn ein Cystatin-C-Test hohe Werte zeigt, kann ein Wiederholungstest eine Auffälligkeit bestätigen.(72) Anhaltend hohe Cystatin-C-Werte erfordern eine medizinische Abklärung und Kontrolluntersuchungen.(73)

    Niedrige Cystatin-C-Werte sind in der Regel weniger besorgniserregend als niedrige Kreatininwerte. Sehr niedrige Werte können jedoch auf mögliche Probleme mit dem Proteinstoffwechsel oder auf eine sehr geringe Muskelmasse hinweisen, auch wenn dies seltener vorkommt. Bei hospitalisierten Personen oder bei Menschen mit schweren Auszehrungszuständen können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein.

    Leicht erhöhte Cystatin-C-Werte können bei älteren Erwachsenen oder bei Menschen mit leichter Dehydratation auftreten. Sie bedeuten nicht immer eine Nierenerkrankung. Die Beurteilung des Flüssigkeitshaushalts, der Medikamente und des allgemeinen Gesundheitszustands kann helfen, die Bedeutung des Ergebnisses zu klären.(74)

    Etwa 10% der Menschen weltweit haben irgendeine Form einer chronischen Nierenerkrankung. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen Bluthochdruck und Diabetes.

    Typischer Referenzbereich (S-Cystatin-C):

    • Erwachsene: 0.60–1.00 mg/L

    Blutharnstoffstickstoff (BUN)

    Blutharnstoffstickstoff (BUN) misst den Stickstoffanteil von Harnstoff, einem Abfallprodukt des Proteinstoffwechsels. Die Leber wandelt Ammoniak, das beim Abbau von Proteinen entsteht, in Harnstoff um, der anschließend in den Blutkreislauf abgegeben und von den Nieren filtriert wird.(75) Die BUN-Werte steigen, wenn die Nierenfiltration abnimmt oder der Proteinabbau zunimmt. Ähnlich wie Kreatinin und Cystatin-C wird BUN häufig zusammen mit anderen Markern zur Beurteilung der Nierenfunktion eingesetzt.(76)

    Ein hoher BUN-Wert kann auf eine verminderte Nierenfunktion hinweisen. Zu den beitragenden Faktoren zählen Dehydrierung, eiweißreiche Ernährung, bestimmte Medikamente (wie Kortikosteroide) und Erkrankungen, die die Nierenfiltration beeinträchtigen. In diesen Fällen kann eine Wiederholung des Tests bestätigen, ob die Erhöhung bestehen bleibt. Anhaltend erhöhte BUN-Werte erfordern eine ärztliche Abklärung, um festzustellen, ob die Ursache in einer akuten Nierenschädigung, einer chronischen Nierenerkrankung oder anderen zugrunde liegenden Problemen liegt.(77)

    Niedrige BUN-Werte sind seltener und können bei Mangelernährung, schwerer Lebererkrankung oder geringer Proteinzufuhr auftreten. Wenn BUN unerwartet niedrig ist, wird häufig eine weiterführende Untersuchung empfohlen, um die Leberfunktion und den allgemeinen Ernährungsstatus zu beurteilen.(78)

    Leicht erhöhte BUN-Werte können bei Personen auftreten, die große Mengen an Protein konsumieren oder vorübergehend dehydriert sind. Die Beurteilung anderer Nierenmarker wie Kreatinin oder Cystatin-C hilft zu bestätigen, ob der Anstieg mit einem tatsächlichen Nierenproblem zusammenhängt oder durch Ernährung beziehungsweise den Flüssigkeitshaushalt verursacht wurde.(79) 

    Etwa 10-16 % der erwachsenen Weltbevölkerung haben irgendeine Form einer chronischen Nierenerkrankung, wobei zu den wesentlichen Faktoren Diabetes und Bluthochdruck zählen.(80)

    Typischer Referenzbereich (BUN):

    • Erwachsene: 7–20 mg/dL (2.5–7.1 mmol/L)

    Fazit

    Eine optimale Nierenfunktion beruht auf einer ausgewogenen Flüssigkeitszufuhr, achtsamer Nährstoffauswahl und der Beachtung wichtiger Marker wie Kreatinin, Cystatin-C und Blutharnstoffstickstoff. Diese Marker helfen dabei einzuschätzen, wie gut die Nieren Abfallstoffe filtern, Elektrolyte regulieren und den Blutdruck stabilisieren. Wenn die Werte außerhalb des Normalbereichs liegen, kann dies auf Probleme von Dehydrierung bis hin zu chronischer Nierenerkrankung hinweisen.

    Lebensstilmaßnahmen wie ein moderater Proteinkonsum, der Verzehr antioxidantienreicher Lebensmittel und regelmäßige körperliche Aktivität unterstützen die Nierengesundheit. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft dabei, Giftstoffe auszuspülen, während der Verzicht auf schädliche Substanzen wie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum zusätzlichen Belastungen vorbeugt. Ergänzend ermöglicht ein regelmäßiges Screening die frühe Erkennung funktioneller Veränderungen und kann helfen, rechtzeitig geeignete Maßnahmen einzuleiten.

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